Interessantes Vermarktungskonzept von Radiohead
19 10 2007Radiohead sind seit einigen Tagen zurück mit einem neuen Album und haben einen ungewöhnlichen Weg gewählt, ihre Musik zu vermarkten. Auf der Webseite InRainbows.com kann das gleichnamige Werk heruntergeladen werden - den Preis bestimmt der Käufer.
Wenn ich mich recht erinnere, ist das bei E-Books keine Neuigkeit mehr, in der Musikbranche aber wohl ein Novum. Dieser Weg scheint einige Vorteile zu haben.
So treten Radiohead ohne großes Label auf sondern produzieren ihre Musik einfach selbst und bieten sie ohne viel Aufwand online an. Das gibt hohe Margen, ganz im Gegensatz zu den minimalen Beträgen, die üblicherweise bei einem CD-Verkauf an die Band fließen.
Außerdem erhalten sie als Vorreiter nun auch einige gute Presse und offenbar auch Präsenz in Weblogs. Innerhalb von zwei Tagen habe ich immerhin zweimal von dieser Aktion gelesen - ohne auf musikbezogenen Webseiten herumzusurfen.
Das Konzept, den Käufer entscheiden zu lassen, was ihm ein Album wert ist, dürfte auch besonders gut zu Radiohead passen, da sie normalerweise nicht vom Mainstream gehört (und schon gar nicht gekauft werden) sondern auf eingefleischte Fans vertrauen können, die sich die Scheibe sicher nicht für lau holen werden.
Ich habe für “In Rainbows” 3 GBP (also ca. 4,50 Euro) bezahlt. Der relativ niedrige Preis erklärt sich dadurch, dass mir Radiohead seit vielen Jahren viel zu experimentell sind und mir manches Album nicht mal 1 Euro wert wäre. Hätte es sich hier um eine meiner wirklich favorisierten Künstler gehandelt, wäre mit Sicherheit deutlich mehr Geld geflossen.
Aber auch so haben Radiohead etwas von mir gehabt - denn die CD hätte ich mir nicht gekauft.
Offline erscheint das Album möglicherweise 2008.












